Für eine nachhaltige Zukunft, die den Schutz unserer Natur und die Lebensqualität der Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Bitte unterstützen Sie diesen Aufruf,
unterschreiben ihn unten
und teilen diese Kampagne.
Der Landkreis Lüneburg steht vor einer Entscheidung von fast schon historischer Tragweite: dem Beschluss über das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) 2026. Der vorliegende Entwurf sieht unter anderem die Ausweisung großflächiger Bereiche für den Ausbau der Windenergie vor – eine Planung, die unsere Heimat, unsere Wälder und unsere Lebensqualität auf Jahrzehnte prägen würde.
Im Vertrauen auf den demokratischen Prozess haben wir uns intensiv am öffentlichen Beteiligungsverfahren beteiligt. Unsere Bürgerinitiative hat in zwei umfassenden Stellungnahmen detailliert, konstruktiv und faktenbasiert dargelegt, welche unauflösbaren Konflikte diese Planung für Natur, Landschaft und die ansässige Bevölkerung mit sich bringt.
Wir hatten die berechtigte Erwartung, dass der Landkreis seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkommt, diese schwerwiegenden Bedenken transparent und nachvollziehbar abzuwägen. Doch mit dem Start der dritten Beteiligungsrunde müssen wir ernüchtert feststellen: Unsere Einwendungen wurden zur Kenntnis genommen, in der Sache jedoch nicht erkennbar in die Abwägung einbezogen.
Wir können und werden nicht tatenlos zusehen, wie die Zukunft unserer Region ohne eine angemessene Berücksichtigung der fachlichen Argumente und der Stimmen der Bürgerinnen und Bürger entschieden wird.
Deshalb haben wir den beigefügten Offenen Brief an alle Mitglieder des Kreistages Lüneburg verfasst. Er ist ein dringlicher Appell an die gewählten Vertreterinnen und Vertreter, vor der Beschlussfassung einen Weg zu wählen, der sowohl der rechtlichen Verantwortung als auch dem gesellschaftlichen Frieden gerecht wird und langwierige, kostspielige Rechtsverfahren vermeidet.
Lüneburg, 07.02.2026
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter im Kreistag,
wir wenden uns heute als besorgte Bürgerinnen und Bürger an Sie, die Sie die Verantwortung für die Zukunft unseres Landkreises tragen. Der derzeit vorliegende Entwurf des RROP wirft in zentralen Punkten erhebliche fachliche, ökologische und rechtliche Fragen auf. Insbesondere die Ausweisung großflächiger Bereiche für den Ausbau der Windenergie ist nach unserer Überzeugung in dieser Form nicht ausreichend vorbereitet und abgewogen.
Wir fordern Sie auf, bei der anstehenden Abstimmung zum neuen RROP einen Antrag einzubringen und für diesen zu stimmen, der eine vorläufige Herausnahme der vorgesehenen Vorrangflächen für Windenergie vorsieht, um diese besonders konfliktträchtigen Teile der Planung in einem gesonderten, vertieften Verfahren mit der gebotenen Sorgfalt weiterzuentwickeln.
Dieser Vorschlag erfolgt ausdrücklich ohne Anerkennung der Rechtmäßigkeit des RROP im Übrigen und ohne Verzicht auf weitergehende rechtliche Schritte. Eine solche Vorgehensweise würde es jedoch ermöglichen, den weiteren Planungsprozess nicht insgesamt zu blockieren, während die besonders konfliktträchtigen Teile der Planung einer erneuten, rechtssicheren Prüfung unterzogen werden.
1. Fehlerhafte Methodik und mangelnde Abwägung
Viele Flächen, die im Landkreis als Vorrangflächen für Windenergie ausgewiesen wurden, sind offenbar nicht aufgrund ihrer besonderen Eignung ausgewählt worden, sondern im Rahmen einer reinen Negativauswahl vermeintlich übriggeblieben. Genau diesen Eindruck vermittelt der Umweltbericht zum vorliegenden 3. Entwurf des RROP.
Die betroffenen Waldflächen weisen zahlreiche und schwerwiegende Zielkonflikte zwischen dem Ausbau der Windenergie und den gesetzlich ebenso hochrangigen Schutzgütern von Natur, Landschaft und der menschlichen Gesundheit auf. Diese Konflikte werden im aktuellen Umweltbericht und in der Abwägungssynopse aus unserer Sicht jedoch weder systematisch ermittelt noch nachvollziehbar bewertet oder fair abgewogen.
Da zahlreiche Umweltschutzbelange sowie aktuelle fachliche Erkenntnisse nicht angemessen berücksichtigt wurden, ist die Planung in ihrer jetzigen Form materiell rechtswidrig. Den betroffenen Bürgern, Gemeinden und Verbänden bliebe letztlich nur der Klageweg, um die Rechtmäßigkeit der Planung überprüfen zu lassen – ein Szenario, das wir alle vermeiden wollen. Unsere fachlichen und rechtlichen Bedenken beziehen sich dabei nicht nur auf einzelne Planungselemente, sondern auf die Planung in ihrer derzeitigen Gesamtkonzeption.
2. Außerordentlicher Eingriff und fehlende Bürgerbeteiligung
Der mögliche Zubau von bis zu 500 WEA im Landkreis ist ein außerordentlicher Eingriff in die Landschaft und führt durch diese Industrialisierung zu irreversiblen Umweltbelastungen, Lärm und der Vernichtung des natürlichen Klimaschutzes, insbesondere durch den hohen Waldanteil.
Eine Veränderung von solcher Tragweite sollte nicht leichtfertig beschlossen werden, solange die Bürgerinnen und Bürger nicht durch andere und bessere Beteiligungsformen als die gesetzlich vorgesehenen nach demokratischen Grundsätzen einbezogen werden. Die anstehende Kommunalwahl wäre ein sehr guter Zeitpunkt, diese grundlegende Veränderung der gesamten Landschaft im Landkreis zur breiten gesellschaftlichen Diskussion zu stellen und ein echtes Mandat der Wähler einzuholen.
Sie hinterlassen hier eine Entscheidung für Jahrzehnte.
Bitte handeln Sie verantwortungsbewusst im Sinne Ihrer Kinder und nachfolgender Generationen. Schaffen Sie Rechtssicherheit, vermeiden Sie jahrelange juristische Auseinandersetzungen
und geben Sie der Planung eine neue, tragfähige Grundlage.
Stimmen Sie für eine Herausnahme der Vorrangflächen für Windenergie aus dem RROP!
UNTERZEICHNER:
Bürgerinitiative Breetzer Berge (für Bleckede, Neetze, Breetze, Süttorf, Ellringen, Nindorf, Göddingen)
Miriam Kiene, Claudia Kühn, Karsten Kühn, Andreas Tönjes, André Harms, Michael Müller
Bürgerinitiative Thomasburg (für Thomasburg, Radenbeck, Bavendorf, Wennekath und Wiecheln)
Doreen Vetter, Robert Kant, Thomas Augustin
Bürgerinitiative Thomasburg (für Reinstorf mit Holzen/Wendhausen)
Prof. Dr. Ing. Ralph Welge, Sabine Welge
Bürgerinitiative Mechtersen
Andreas Ließke
Setzen Sie mit Ihrer Unterschrift ein starkes Zeichen und fordern Sie gemeinsam mit uns die Kreistagsabgeordneten auf, die Weichen richtig zu stellen.
Je mehr Menschen von unserem Anliegen erfahren, desto stärker wird unsere Stimme. Helfen Sie uns, diese wichtige Botschaft zu verbreiten!