BI Breetzer Berge e. V. (i.G.)

Warum Windkraft im Wald eine schlechte Idee ist

Grund 1

Der Breetzer Wald ist ein Trinkwassergewinnungsgebiet

Das Trinkwassergewinnungsgebiet „Breetze“ ist nicht formell als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ihm keine hohe wasserwirtschaftliche Schutzwürdigkeit zukommt. Im Gegenteil:

  • Es handelt sich um eines der ergiebigsten Trinkwasserreservoirs des Landkreises.
  • Es versorgt Bleckede und Teile des Landkreises Harburg.
  • Damit ist es ein Belang nach § 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG sowie § 35 Abs. 3 Nr. 5 BauGB.

Schon jetzt befinden sich 4 Windkraftanlagen über dem Gebiet. In ihrem Bauantrag stellt die EWS Schönau richtig fest, dass es sich um sandigen Boden handelt und das Grundwasser sehr hoch steht. Was für die Anwohnerinnen und Anwohner ein unkalkulierbares Risiko darstellt, wiegelt der Landkreis ab. Es gäbe keine bekannten Erkenntnisse über Gefahren. Eine besorgniserregende Einstellung bei der aktuellen Diskussion um die Ressource Wasser.

Trinkwasser
Grund 2
Waldbrand

Waldbrandgefahr

Am 1. Januar 2026 ist dieses Windrad in Süttorf in Brand geraten. Es steht am Rande des Breetzer Waldes und hat alle Befürchtungen wahr werden lassen, die der Landkreis bisher verleugnet hat: Wald ist ungeeignet.

In einem heißen Sommer kann ein Brand in einer Höhe von über 200 Meter innerhalb eines Waldes nur in einer Katastrophe enden.

Feuerwehren sind nicht in der Lage ein Feuer in einem Windrad zu löschen.

Brandschutzeinrichtungen in der Anlage saugen aus einem Elektro-Schaltschrank den Sauerstoff. Es gibt aber weitaus mehr Brandursachen, als nur einen Kurzschluss im Elektroschrank!

Grund 3

Keine Erholung und Ruhe mehr

Ein Wald wirkt normalerweise wie ein großer, natürlicher Entspannungsraum: Wind in den Blättern, Vogelstimmen, Rascheln.

  • Ruhe im Wald senkt nachweislich Stress
  • Waldgeräusche fördern Konzentration und Erholung
  • Der Wald reduziert Angst und innere Unruhe

Diese positiven Effekte funktionieren nur, wenn der Wald wirklich ruhig ist

Ein Wald voller Windräder verursacht Lärm. Das gleichmäßige Summen und Brummen übertönt das erholende Waldesrauschen. Und alles, was der Wald normalerweise an Ruhe und Erholung bietet, wird dadurch spürbar geschwächt oder sogar zerstört.

Keine Erholung und Ruhe mehr
Grund 4
Reinhardswald

Riesige Flächen

Die Betreiber behaupten, dass nur ein Bruchteil eines Fußballfeldes an Waldflächen gerodet und dauerhaft versiegelt werden muss. Einfache Google-Suchen, die jeder durchführen kann, bestätigen, dass ein Vielfaches einer solchen Fläche dauerhaft gerodet werden muss.

Diese riesigen Flächen sind erforderlich, um bei Störungen und Havarien aller Art mit geeigneten Fahrzeugen an das Windrad gelangen zu können.

Grund 5

„Windkraft im Wald“ klingt grün, ist aber ein Irrtum

Schon der Bau einer Anlage verbraucht große Mengen an Material wie Beton, Stahl und Verbundstoffe, die laut wissenschaftlichen Untersuchungen erheblichen Ressourcen- und Energieaufwand verursachen. So entsteht kein Naturgewinn, sondern ein Eingriff, der den Wald belastet: akustisch, ökologisch und ressourcenmäßig. Eine Windturbine verbraucht viele hundert Liter Öl allein im Getriebe und im Hydrauliksystem. Wenn das Mineralöl durch Schäden ausläuft, ist das ökologisch eine Katastrophe.

Bekannte Fälle illegal entsorgter Windradflücgel:

  • Ende 2024 in Jirikov/Tschechien. Mehr als 90 Tonnen Rotorblätter und 60 Tonnen weiterer Abfall aus Deutschland
  • Anfang 2025 bei Brünn/Tschechien. 320 Tonnen Rotorblattmaterial aus Deutschland
Grüner Irrtum
Grund 6
Waldbereich

Selbstverstümmelung ohne Not

Der Hauptantrieb für die Energiewende war der Schutz unseres Klimas. Und zwar weltweit, nicht nur lokal begrenzt.

Wie kann das Abholzen unserer lokalen Wälder dazu beitragen, das Weltklima zu verbessern?
Antwort: Kann es nicht!

Der Grund: Selbst wenn wir alle Wälder in Deutschland roden und dort Windkraft erzeugen, verbessern wir damit nicht das Weltklima. Wir reduzieren lediglich in Deutschland den CO₂-Verbrauch, während die großen Verbraucher wie USA, China und Indien ihren CO₂-Verbrauch immer weiter steigern.

Somit holzen wir lediglich unsere Wälder ab und verbessern dadurch gar nichts.

Deutschland ist leider ein Sonderfall - Niemand folgt uns und niemand anderes zerstört seine Wälder und Natur in diesem Maße

Grund 7

Wald ist mehr als nur ein CO₂-Speicher

Das Narrativ, dass ein Wald gegenüber einem Windrad eine schlechtere CO₂-Billanz habe, reduziert Wald auf CO₂-Bindung. Doch ein gesunder Wald erfüllt eine ganze Reihe weiterer, klimarelevanter Funktionen, u. a.:

  • Kühlung / Temperaturausgleich durch Verdunstung
  • Wasserrückhalt, Regenpuffer, Grundwasserstabilisierung
  • Bodenbildung und Schutz vor Erosion
  • Habitat & Biodiversität (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen)
  • Luftfilterung (Feinstaub, Stickoxide)
  • Lärmdämpfung
  • Windschutz (lokales Mikroklima)
  • Erholungsfunktion für Menschen (gesundheitlich belegt)

Ein Windrad im Wald zerstört oder schwächt diese Funktionen sofort, während die vermeintliche CO₂-Bilanzverbesserung erst langfristig und global wirkt. Das Narrativ ignoriert damit die lokalen ökologischen Schäden vollständig.

Naturaufnahme
Grund 8
Waldbereich

Nicht nur kranke Wälder werden abgeholzt

Politik und Betreiber behaupten immer wieder, nur "kranke Wälder" oder "Kahlflächen" wären betroffen.

Im Landkreis Lüneburg ist das Gegenteil der Fall. Weil mutmaßlich keine andere Flächen zur Verfügung standen und Wald grundsätzlich erlaubt ist, wurden über 50% der Vorrangflächen in den Wald gelegt.

Alle diese Waldflächen sind gesund und hochvital. Der Breetzer Wald wurde seit den 90erJahren im Rahmen des LÖWE-Programms unter Dr. Dorff im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms sogar zu einem gesunden Mischwald umgebaut. Dies ist noch nicht für jeden sofort erkennbar, weil die alten Nadelbäume zurzeit noch höher sind.

Grund 9

Kompensationsflächen sind oft nicht verfügbar

In der Theorie heißt es: „Rodung wird ausgeglichen oder ersetzt.“

In der Praxis gilt aber:

  • Geeignete Kompensationsflächen sind zunehmend knapp.
  • Kommunen und Landkreise haben keine ausreichenden Flächen.
  • Statt echter Aufforstung werden dann Geldzahlungen akzeptiert.
  • Geld ersetzt aber keine verloren gegangene Waldfläche und keine gewachsenen Ökosysteme.

Damit wird die eigentliche Idee der Kompensation

Verlust hier → echte Wiederherstellung dort

durch ein rein finanzielles Verfahren ersetzt, das ökologisch wirkungslos bleibt.

Kompensationsflächen
Grund 10
EU-Verordnung

Anforderungen der EU zur Renaturierung

Die Europäische Union fordert verstärkte Maßnahmen zur Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme, um den Verlust der Biodiversität zu stoppen. Mit dieser Verordnung steht ein Instrument bereit, das die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, u.a. Wald-Ökosysteme wieder in einen guten Zustand zu bringen, den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten und darüber hinaus eine Trendumkehr zu erreichen.

Der Ausbau von Windkraftanlagen in Wäldern konterkariert diese Bemühungen und gefährdet langfristig die ökologische Stabilität.

Grund 11

Gefährdung von Zugvögeln und Zerschneidung des Biotopverbunds - Waldverbundachse

Der Breetzer Wald liegt in einem überregional bedeutsamen Zugkorridor zwischen Elbtalaue und Neetze-Aue. Zudem ist er Teil einer Waldverbundachse. Diese Funktion würde durch Windkraftanlagen zerschnitten und gestört.

  • Verstöße gegen Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (unzureichende strategische Umweltprüfung)
  • Nichtbeachtung der Empfehlungen des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz zur Freihaltung von Zugrouten
Naturaufnahme
Grund 12
Waldbereich

Der Breetzer Wald ist Teil eines Naturparks

Von den zahlreichen Teilflächen des Lüneburger Landschaftsschutzgebiets entfallen fünf auf den Naturparks Elbhöhen-Wendland:

  • der Spröckel und angrenzendes Waldgebiet südlich von Bleckede (Breetzer Wald)
  • der Schieringer Forst zwischen Alt Garge, Barskamp und Walmsburg mit seinen steinzeitlichen Großsteingräbern („Hühnengräber“)
  • das Waldgebiet zwischen Tosterglope, Quarstedt, Ventschau und Nahrendorf mit der Niederung des Ventschauer Baches und Fischteichen
  • ein kleines Mischwaldrund westliche von Nahrendorf
  • das Kateminer Mühlenbachtal und östlich anschließende Grünland- und Waldbereiche zwischen Darzau, Sammatz und Dübbekold
Diese Teile der Ostheide mit ihren deutlichen Erhebungen und stark eingetieften Tälern prägen den Übergang Richtung Süden zu dem Mischwaldkomplex Göhrde und dem Landschaftsschutzgebiet Elbhöhen-Drawehn. Wälder, Hecken und Baumreihen umgeben die großen Ackerlagen. Die großen Wälder, teils auch historische Waldstandorte weisen auf Grund standörtlicher Gegebenheiten einen großen Anteil an Laub- und Laubmischbeständen auf.

Grund 13

Boden wird dauerhaft zerstört

Alte Wälder und Moore gelten als wichtige CO2-Speicher und stehen unter besonderem Schutz gemäß Klimaschutzrichtlinien und dem Bundes-Klimaschutzgesetz. Gemäß BNatSchG sowie UVPG sind Eingriffe mit erheblicher Wirkung auf ökologische Funktionen und geschützte Arten besonders zu prüfen und zu vermeiden. Der Breetzer Wald verfügt über gesunde, nährstoffreiche Böden, beherbergt eine hohe Pilzvielfalt und enthält moorige Feuchtgebiete wie das Bargmoor. Der Humusaufbau im Wald erfolgt sehr langsam (1 cm in 100 Jahren). Durch riesige Zuwegungsflächen, Fundamente, Stell- und Arbeitsflächen wird dieser Bereich über Jahrhunderte zerstört. Da helfen auch später keine LKW-Ladungen Mutterboden aus Vastorf, die dort hingekippt werden. Der Bau von Windkraftanlagen würde durch Bodenverdichtung und Abholzung die Speicherfunktion schwächen und die Bodenökologie nachhaltig zerstören. Moorgebiete würden entwässert. Der Eingriff konterkariert die Ziele des Klimaschutzes und widerspricht dem Gebot der Bewahrung klimarelevanter Ökosysteme. Der Wald muss als CO2-Senke erhalten bleiben.

Naturaufnahme
Grund 14
Waldbereich

Verletzung der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) und der Vogelschutzrichtlinie der EU

Die FFH- und die Vogelschutzrichtlinie verpflichten EU-Mitgliedsstaaten, bestimmte Arten und ihre Lebensräume strikt zu schützen. Insbesondere gelten Schutz- und Erhaltungsgebote für seltene Vogel- und Fledermausarten. Im Breetzer Wald leben bzw. rasten regelmäßig streng geschützte Arten wie Seeadler, Schreiadler, Kraniche, Silberreiher sowie diverse Fledermausarten (z. B. Großer Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus). Diese Arten wurden dort mehrfach gesichtet und sind durch ornithologische Gutachten nachgewiesen. Der Bau und Betrieb von Windkraftanlagen erhöht das Risiko für tödliche Kollisionen (Rotorblätter), führt zu Verlust von Lebensräumen und beeinträchtigt Zug- und Rastverhalten. Die besonders hohe Anlagenanzahl und Fläche der Vorrangzone verstärken diese Risiken deutlich. Fledermäuse werden durch Unterdruck an den Rotoren getötet; Vogelarten verlieren Brut- und Rastplätze. Die geplante Windkraftnutzung widerspricht den Vorgaben der FFH- und Vogelschutzrichtlinie. Sie würde zu einer erheblichen Beeinträchtigung geschützter Arten führen und könnte EU-rechtliche Sanktionen und Klagen von Umweltverbänden nach sich ziehen.

Grund 15

Konflikt mit dem Bundesnaturschutzgesetz

§45 BNatSchG verbietet die Tötung und erhebliche Störung besonders geschützter Arten sowie die erhebliche Beeinträchtigung ihrer Fortpflanzungs- oder Ruhestätten. Im Breetzer Wald sind zahlreiche betroffene Arten nachgewiesen. Der Wald dient als Lebens-, Brut- und Jagdgebiet. Zusätzlich ist das Gebiet aufgrund seiner Nähe zu Wohnsiedlungen auch für den Menschen von hoher Bedeutung. Durch die geplanten Windanlagen steigt die Gefahr von Kollisionen erheblich. Es besteht das Risiko massiver Störungen sensibler Arten (z. B. Schwarzstorch, Kranich, Seeadler). Auch der Erholungswert und die Lebensqualität der Anwohner würden durch Lärm, Sichtbeeinträchtigung und Flächenverlust stark gemindert. Auch kommunale Entwicklungschancen (z. B. für Neetze) werden durch die Einschränkung des Siedlungswachstums beeinträchtigt.

Naturaufnahme
Grund 16
Waldbereich

Zerstörung eines ausgewiesenen Reit- und Naherholungsgebiets

Der Breetzer Wald ist ein überregional bedeutsames Reitgebiet (z. B. Kronshof). Die Zerschneidung durch Zuwegungen und WEA-Infrastruktur sowie die akustische Belastung führen zur Unbrauchbarkeit des Areals für den Reittourismus. Dies stellt eine wirtschaftliche Bedrohung für Reitbetriebe wie Kronshof, Ponyhof Bargmoor und Ponyhof Breetze dar.

Grund 17

Windindustrieanlagen entwerten Wald und Lebensräume

Wildtiere sind für ihr Überleben auf äußerst fein abgestimmte Sinnesleistungen angewiesen. Sie orientieren sich nicht nur grob, sondern reagieren auf minimalste Reize:

  • Akustisch: Viele Arten nehmen Geräusche wahr, die für den Menschen kaum hörbar sind – etwa das Rascheln von Beute im Laub oder die Annäherung eines Feindes.
  • Optisch: Bewegungen, Lichtwechsel und Silhouetten werden blitzschnell erkannt, auch in der Dämmerung oder im Waldinneren.
  • Sensorisch: Dazu gehören Luftdruckveränderungen, Bodenerschütterungen, Gerüche und feinste Luftströmungen, die Hinweise auf Gefahren oder Nahrung liefern.

Diese sensiblen Wahrnehmungssysteme sind evolutionär darauf ausgelegt, in einer relativ störungsarmen Umgebung zu funktionieren. Windenergieanlagen wirken dagegen wie dauerhafte Störquellen auf allen Ebenen gleichzeitig.

Naturaufnahme
Grund 18
Gemeinwohl

Die Gemeinwohl-Lüge

Unsere öffentlichen Wälder sollen laut Gesetz vor allem eines tun: dem Gemeinwohl dienen. Sie schützen Klima, Wasser, Artenvielfalt und bieten Erholung. Doch genau dieser Auftrag wird immer weiter ausgehöhlt. und steht damit auch im Widerspruch zur UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021, auf der ein Pakt zur Rettung der Wälder beschlossen wurde.

Statt Wälder als Lebensgrundlage der Bevölkerung zu bewahren, verwandeln politische Entscheidungen sie Schritt für Schritt in Betriebsflächen, deren Wert in Kubikmetern Holz und jetzt auch in Windstärken gemessen wird. Dieser Betreuungsauftrag hat sich heute weitgehend verselbstständigt, von den Gemeinwohl-Interessen abgenabelt, und zielt in erster Linie darauf ab, dass Volksgut einseitig als Kommerzwald zu missbrauchen.

Dabei ist klar festgelegt, dass auch der Staatswald rechtlich der Sozialbindung des Eigentums unterliegt und damit dem Wohl der Bevölkerung dienen muss.

Kurz gesagt: Unsere Wälder wurden für alle geschaffen, doch sie werden zunehmend wie ein Konzernbetrieb geführt.

Grund 19

"Nachhaltigkeit" als wortleere Hülse

"Nachhaltigkeit“ mutiert mehr und mehr zur inflationär gebrauchten, inhaltsleeren Hülse, die gerne benutzt wird, um sich „grüne Deckmäntelchen“ umzuhängen. Eine Technologie, die mittels Windenergienutzung vorgibt, das Klima zu „retten“, und die dabei in nicht unerheblichem Maße in das klimarelevanteste Ökosystem unseres Landes eingreift und dieses System in seiner Leistungsfähigkeit weiter schwächt, macht keinen Sinn. Sie ist in dieser Form nicht nachhaltig und deshalb auch nicht akzeptabel.

Nachhaltigkeit
Grund 20
Land ohne Landschaft

Land ohne Landschaft

Ästhetisch betrachtet verwandelt sich das Land zunehmend in eine eintönige, gleichförmige Landschaft, in der zusammenhängende Natur kaum noch erfahrbar ist. Die wenigen verbleibenden freien Flächen verlieren ihren ursprünglichen Wert und wirken nur noch wie ein schwacher Ersatz, der nicht annähernd an echte Natur heranreicht.

Dabei brauchen wir in Zukunft mehr Natur, nicht weniger. Genau darauf weisen naturbasierte Klimaschutzansätze hin, etwa der Erhalt und die Wiedervernässung von Mooren, der Schutz und Ausbau gesunder Wälder, eine ökologische Landwirtschaft sowie Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Diese Natur ist zugleich die grundlegende Voraussetzung für jedes ästhetische Landschaftserleben. Landschaftliche Schönheit entsteht nicht allein durch subjektives Empfinden oder die Form einzelner Elemente. Sie beruht auf der Echtheit, Vielfalt und Unversehrtheit der natürlichen Umgebung.

Grund 21

Geisterstrom - Milliardenverluste

Ein großer Teil von Niedersachsens Windenergieleistung kommt gar nicht im Netz an. 2765 Gigawattstunden waren es im vergangenen Jahr. Der Strom wird erst gar nicht produziert, weil er Netze überlasten würde. Die Überkapazität nennt sich "Geisterstrom".

Seit 2019 haben Anlagenbetreiber rund 1,7 Milliarden Euro kassiert – dafür, dass sie in Niedersachsen keinen Strom produzieren. Welche Anlagen im Fall einer Überkapazität abgeregelt werden, entscheidet der Netzbetreiber. Es wird abgeregelt, um eine Überlastung zu verhindern.

Ein Beispiel dafür, dass Wälder gerettet werden können, wenn man Berechnung darüber anstellt, welcher Strom überhaupt abtransportiert werden kann.

Nachhaltigkeit
Grund 22
Land ohne Landschaft

Wirtschaftlichkeitsfrage

Die Entwicklung der letzten Jahre sowie aktuelle Prognosen zeigen, dass der Ausbau der Windenergie in Deutschland weiter beschleunigt wird. Gleichzeitig nimmt die Menge des abgeregelten, nicht nutzbaren Stroms überproportional zu. Für das Jahr 2025 werden bereits mehr als 12 Terawattstunden nicht genutzter Windstrom prognostiziert (Zahlen kommen oft später). Dies belegt, dass der Ausbau der Erzeugungskapazitäten deutlich schneller erfolgt als der Ausbau der Netzinfrastruktur und der Nutzungsmöglichkeiten.

Bis 2045 sollen laut Netzentwicklungsplan ca. 600 Mrd. Euro in Stromübertragungsnetze und lokale Verteilnetze investiert werden. Bis diese Netze einsatzbereit sind, werden heute errichtete Windkraftanlagen schon nicht mehr in Betrieb sein. Wozu also Wald zerstören, wenn das Tempo von Windkraftanlagen und nutzbare Netze soweit auseinander liegen?

Grund 23

Die 8 Kernthesen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche

Die folgenden Punkte geben zentrale Aussagen aus einem Interview sinngemäß wieder und spiegeln ihre Sichtweise auf die aktuelle Energiepolitik wider.

  1. Viele würden einen sofortigen Ausstieg aus Öl und Gas fordern. Man müsse, so werde gesagt, nur Wind- und Solarenergie schneller ausbauen – und damit wäre die Sache gelöst. Nun, so einfach sei es nicht.
  2. Wind und Sonne schickten keine Rechnung. Das Gesamtsystem aber sehr wohl: EEG-Kosten, Kapazitätsreserve, Netzreserve, Redispatch-Kosten, Netzsubventionen, Subventionen zur Senkung der Energiepreise – all das summiere sich auf Systemkosten von über 36 Milliarden Euro pro Jahr. Das entspräche 430 Euro für jeden Deutschen.
  3. Bis 2035 würden die Systemkosten auf 90 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Das Problem sei strukturell: Man habe 20 Gigawatt gesicherte, CO-arme Kernkraft abgeschaltet. Hinzu kämen massive, politisch getriebene Netzinvestitionen und ein Marktdesign, das die Realität ignoriere.
  4. Eine Tatsache sei zu lange verschwiegen worden: Eine Energiewende, die Systemkosten ignoriere, würde das Land ruinieren, das sie zu retten vorgebe.
  5. Die neue industrielle Revolution – KI, Rechenzentren, elektrifizierte Industrie – brauche jedoch große Mengen preiswerten Stroms. Wenn dieser nicht geliefert werde, verliere man Investitionen, Innovation und Souveränität.
  6. Die Netzbetreiber müssten heute quasi auf Zuruf überall Leitungen verlegen, wo erneuerbare Energien angeschlossen werden wollten. Während Solarparks in zwei bis drei Jahren entstünden, dauere der Netzausbau bis zu zehn Jahre.
  7. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit sei politisch nicht tragfähig. Und Klimaschutz ohne Versorgungssicherheit sei strategisch blind.
  8. Auch wenn man es gern anders hätte: Man brauche weiterhin Gas – für Prozess- und Raumwärme sowie als Rohstoff. Und für jenen Teil der Stromversorgung, der nicht aus Erneuerbaren gedeckt werden könne.
Nachhaltigkeit