Keine Naherholung mehr

Der Landkreis Lüneburg selbst schreibt im Entwurf zum RROP, dass dem Schutz des Wohnens sowie der Erholung am Wohnstandort eine besondere Bedeutung zukomme (Seite 277).


Insbesondere weil bei der Wahl des Wohnortes vielerorts relativ geringe Lärmbelastung und geringe Belastung des visuellen Landschaftserlebens wichtige Gründe seien, sei der Schutz solcher Qualitäten ein Beitrag zur Sicherung von Wohnstandorten.


Aus vorgenannten Gründen sind viele der in dieser Region lebenden Menschen an genau diesen Standort gezogen. Unter Inkaufnahme der schlechteren Infrastruktur in vielen Bereichen und der teilweise weiten Pendelwege zu Arbeitsstätten überwog das Argument des ruhigen Wohnens im Grünen mit unmittelbarer Nähe zum Wald.


Wir sehen den nahe gelegenen Breetzer Wald als Ökosystem und Naherholungsbereich durch den geplanten invasiven Ausbau von Windkraft als massiv gefährdet an.


Die Bedeutung von Naherholungsgebieten wird im Entwurf entsprechend gewürdigt (Seite 199).


Natur und Landschaft hätten eine große Bedeutung für die Erholungs- und Freizeitaktivitäten der Menschen.

Eine entscheidende Rolle spielten dabei abwechslungsreiche und möglichst naturnah gestaltete Grün-, Wald-, Frei- und Erholungsflächen in der unmittelbaren Wohnumgebung. Sie böten Raum für ruhigere Unternehmungen wie Naturerleben und Spazieren gehen als auch Aktivitäten wie Joggen, Wandern und Radfahren.


Der Breetzer Wald ist nicht nur für die Anwohner ein wichtiger Wohlfühlort in direkter Wohnortnähe sondern wird auch von vielen auswärts wohnenden Menschen zur Naherholung für die eben genannten Aktivitäten genutzt.

Der Ausbau der Windkraft ist zum einen mit zahlreichen Rodungen und Flächenversiegelungen verbunden. Auf diesen Flächen können auch keine Aufforstungen mehr vorgenommen werden, da Wege und Flächen zur Wartung der Anlagen freigehalten werden müssen.

750qm x 100 Windräder = 75000 = 7,5 Hektar Betonversiegelung.
2500 qm x 100 Windräder = 250000 qm = 25 Hektar Waldrodungen für Zuwegung
1500 qm x 100 Windräder = 150000 qm = 15 Hektar Waldrodung für die Aufstellung Kran etc.

In den Herbstmonaten ziehen große Schwärme von Zugvögeln über den Wald und rasten tagelang auf den Breetzer Feldern und Wiesen, auch diese werden gefährdet.


Die Auswirkungen auf viele weitere im Wald lebende Tierarten durch Hör- und Infraschall können an dieser Stelle nicht weiter nachverfolgt werden, werden aber naturgemäß massiv gegeben sein.


Der ohnehin häufig sehr trockene Wald (Waldbrandgefahrenzone laut Geoportal) wird durch die teilweisen und vollständigen Flächenversiegelungen noch mehr belastet.


Bedingt durch eine intensive Windkraftnutzung sind Auswirkungen auf das Mikroklima zu erwarten (Temperaturerhöhung, weniger Niederschläge sind bereits durch Studien belegt).


Der Wald verliert durch die Verschneisung noch mehr die Fähigkeit sich abzukühlen.


In der Summe sehen wir hier aus den genannten Gründen eine großflächige (Zer)störung eines wichtigen Ökosystems und die Vernichtung eines Naherholungsstandortes auf uns zukommen.

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