Gefahr für unser Trinkwasser

Das Grundwasser im Breetzer Wald versorgt diese Region sowie Teile Hamburg-Harburgs mit Trinkwasser.

So sieht der Entwurf des Landkreises Lüneburg aus:

Mitten im Trinkwassergebiet sollen bis zu 100 Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen.

Konkrete Gefahren durch Windräder im Wald:

Die kühlende Wirkung des Waldes wird aufgehoben. Denn die eigentlich am Boden befindliche schwerere kühle Luft wird nach oben gewirbelt und die warme darüber befindliche Luft nach unten. Das führt zu einem Temperaturanstieg im Wald, der auch zu einer schnelleren Verdunstung und Austrocknung des Waldes führt. Laut Prof. Johannes Quaas, Professor für Theoretische Meteorologie der Universität Leipzig, wirkt sich dieser Einfluss bei jedem Windkraftrad auf ein Gebiet von mehreren hundert Metern hinter den Rotorblättern herum aus.

Die Verdichtung der Böden durch Beton und Zufahrtswege sowie das Abholzen der Bäume für die Freiflächen um die Anlagen herum verringern die Durchlässigkeit für Regenwasser in das Grundwasser. Gerade unser Grundwasser ist in diesen Zeiten der Klimakriese in erheblicher Gefahr und wird durch die Pläne, Windräder auf einem Trinkwassergewinnungsgebiet errichten zu dürfen, dadurch noch stärker gefährdet.

Der renommierte Biologe Klaus Richarz wurde von der Zeitschrift “Stern” zu den Windrädern im Reinhardswald befragt. Der Wald hat eine hohe Bedeutung für den Klimaschutz, zum einen als CO²-Speicher, zum anderen als Schwamm, um Feuchtigkeit im Boden zu binden. Durch die richtigen Bäume wäre auch ein Nadelwald langfristig klimaresistent. Darüber hinaus dient der Wald dem Artenschutz. Reißt man wie bei einem Schweizer Käse Löcher hinein, werden die biologischen Funktionen durch Rodung, Verdichtung, Vertreibung und Luftverwirbelung nahezu zerstört.

Bundeskabinett 2023: Trinkwasser hat Vorrang

“Wasser hat eine immense Bedeutung für uns alle”, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) nach der Kabinettssitzung im März 2023 in Berlin. Man müsse sich an die Änderungen durch die Klimakrise anpassen. Das Wasserdargebot werde ein anderes. Oberste Priorität hat der Strategie zufollge Trinkwasser. Man müsse “ein intaktes Ökosystem aufrecht erhalten”. Die Strategie verfolgt noch weitere Ziele: das Sauberhalten von Wasser und Grundwasser.

Lob kam vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der darauf hinwies, dass die Wasser-Infrastruktur bereits jetzt “bei stark steigender Trinkwassernachfrage an heißen Sommertagen an einigen Orten an ihre Grenzen” komme.

Folge

Es bedarf einer großen Sorgfalt, wenn Waldflächen der Windkraft zur Verfügung gestellt werden sollen. Hier besteht ein großer Zielkonflikt zwischen einerseits der

  • Klimakrise

und andererseits

  • der Krise des Artenschutzes,
  • der Biodiversität-Krise,
  • der besondere Funktion von Waldflächen für das regionale Klima
  • der besondere Funktion von Waldflächen für den Wasserschutzes und dem Schutz der Böden.

Eingriffe in Wälder sollten sorgfältig geplant und mit allen Folgen eingeschätzt werden, ehe unwiederbringlich ökologische Systeme zerstört und irreversible Schaden verursacht werden. Eine Grundlagenforschung über die Auswirkungen gibt es bisher jedoch nicht.

Lediglich die private “Naturwald-Akademie” forscht zurzeit unabhängig und selbständig sowie im Zusammenschluss mit Universitäten:

Klimaschutz darf nicht zulasten der Natur gehen. Davor warne der Weltklimarat IPCC im Februar 2022. Denn Menschen und Ökosysteme hängen voneinander ab.

Die Natur hat uns bisher vor Schlimmerem bewahrt, stellt der WWF-Report „Climate’s Secret Ally: Uncovering the story of nature in the IPCC Sixth Assessment Report“ heraus. Und sie kann uns auch künftig helfen, die Klimakrise zu bekämpfen – doch nur, wenn wir ihr zuerst helfen.

Rubrik: Zum Nachdenken

„Alle wollen Strom, aber keiner will Windräder vor seiner Tür“.

Wer das sagt, will folgendes zum Ausdruck bringen:

„Wer Strom haben will, der soll gefälligst auch Windräder vor seiner Tür dulden. Windräder sind grün, Windräder sind toll, sie sind CO²-neutral und retten die Welt“.

Noch krasser sind die Aussagen von politisch Verantwortlichen, die ein Fallen der Abstandsregelungen zu bewohnten Gebieten fordern, damit noch mehr Windräder aufgestellt werden können.

Wir denken, dass solche Befürworter auf das „Greenwashing“ der Hersteller und Betreiber hereingefallen sind. Sie haben ausschließlich die Vorteile der Windräder, die es sicher auch gibt, aufgenommen und verinnerlicht. Dabei haben sie alle negativen Seiten ausgeblendet über die wir auf dieser Seite informieren, oder sind einfach nur nicht darüber informiert.

Seit der Offenlegung der Pläne des Landkreises konnten wir mit vielen Menschen darüber sprechen. Es waren auch einige dabei, die sich dem obenstehenden ersten Satz angeschlossen hatten. Während des Gespräches sind diese Gesprächspartner durch Sachinformationen über die Folgen schnell nachdenklich geworden.

Im Ergebnis können wir für uns festhalten, dass es kaum eine Person gibt, die die Entscheidung versteht, Windkrafträder im Wald auf einem Trinkwassergewinnungsgebiet aufstellen zu wollen.

Unsere Gesprächspartner kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Sie verstehen es nicht, dass eine Partei, die das Thema Umweltschutz auf ihrer grünen Fahne stehen hat, solch einen ökologischen Schaden anrichten will und sie verstehen auch nicht, dass der Landkreis Lüneburg dabei mitmachen will.

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